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Robinie

Resistenzklassen und Haltbarkeitszeiträume
Unter den europäischen Holzarten nimmt das Robinienholz aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegen abiotische und biotische Einflüsse eine Sonderstellung ein.
In der Norm DIN-EN 350-2 sind die Holzarten nach ihrer Resistenz in Klassen eingeteilt (siehe Tabelle 1). Die Robinie ist die einzige in Europa kultivierte Holzart in der Resistenzklasse 1. Robinienholz kann demnach ohne Imprägnierung überall im Außenbereich eingesetzt werden und ist dadurch eine sinnvolle Alternative zum Tropenholz.

Resistenzklasse

1
sehr dauerhaft

2
dauerhaft

3
mäßig dauerhaft

4
wenig dauerhaft

5
nicht dauerhaft

Holzarten

Robinie

Eiche, Eßkastanie,
Thuja

Douglasie, Kiefer,
Lärche

Roteiche, Fichte

Buche, Pappel

Unter hiesigen Witterungsverhältnissen erliegt das Holz der Pappel nach 2 Jahren, der Buche nach 3-5, der Esche nach 7, der Lärche nach 10 und das der Eiche nach 12-15 Jahren der Fäulnis. Das Robinienholz ist diesen Hölzern diesbezüglich weit überlegen. Es steht selbst bei schlechter Qualität im Durchschnitt mindestens 20 Jahre im Boden. (nach GÖHRE 1952)

-im Freien, bei Erdberührung

15-30 Jahre

-im Freien, ohne Erdberührung

60-80 Jahre

-unter Wasser

500 Jahre

-im Trockenen

500-1000 Jahre

Robinie in Europa und der Welt
Die Robinie ist eine aus Nordamerika eingebürgerte Baumart. Sie gelangte im 17. Jh. als Parkbaum nach Europa, forstliches Interesse wurde ihr ab Beginn des 18. Jh. zuteil.
Große Bedeutung als Waldbaum erlangte die Robinie in den Ländern Südosteuropas, besonders in Ungarn und Rumänien. Vornehmlich in der ungarischen Tiefebene ist die Robinie vielerorts anzutreffen (in Ungarn bedeckt sie 20% der Waldfläche). Dort werden ihre hervorragende Fähigkeit zur Befestigung und Wiederbewaldung lockerer (Sand-)böden sowie die vielseitige Verwendbarkeit ihres hochwertigen Holzes sehr geschätzt.
Weltweit genießt die Robinie so großes Ansehen, daß sie heute nach Eukalyptus- und Pappelarten die am häufigsten angebaute Laubbaumart ist. Ihre Anbaufläche vervielfachte sich in den letzten Jahrzehnten.

Robinienvorkommen in Deutschland
In Deutschland stieß die Robinie im Lauf der Jahrhunderte auf wechselndes Interesse. In Zeiten der Brennholznot wurde sie aufgrund ihres ausgezeichneten Brennwertes, hohen Stockausschlagvermögens und des schnellen Wachstums als sehr anbauwürdig empfohlen. Später sank ihr Ansehen, da auch sie die Brennholznot nicht abwenden konnte. Bis heute sind die Ansichten über die Robinie geteilt. Auf der einen Seite wurde sie als Exot und forstliches Unkraut verunglimpft, andererseits entstanden immer wieder Arbeiten, die die vorzüglichen waldbaulichen und holztechnischen Eigenschaften der Robinie lobten und ihren ausgedehnteren Anbau forderten.
Die Robinie genießt im deutschen Forst gegenwärtig nur wenig Beachtung. Mit Ausnahme von Brandenburg ist sie in keinem Waldbaukonzept der Landesforstverwaltungen berücksichtigt und wird nur selten in den Programmen zur Waldrandgestaltung erwähnt.
Trotzdem ist die Robinie in den deutschen Wäldern an vielen Stellen anzutreffen. Eine bundesweite Umfrage von GRÜNING (1995) ergab eine Gesamtfläche von etwa 14000 ha mit einem Gesamtholzvorrat von knapp 2 Mio. Vfm mit Rinde. Die tatsächliche Robinienfläche liegt sicher noch höher, da sich nicht alle Waldbesitzer in gleichem Maße an der Umfrage beteiligten und Kleinflächen, z.B. entlang von Wegen und Bahntrassen, nicht erfaßt werden konnten.
¾ der ermittelten Robinienanbauflächen befinden sich in Brandenburg und Sachsen-Anhalt

Spilker:

Die Robinie, fälschlicherweise oft Akazie genannt, ist die einzige Holzart nicht tropischer Herkunft der Resistenzklasse 1 bis 2 nach DIN 68 364 (= EN 350/2) und damit das witterungsbeständigste Holz Europas.

Das Holz der Robinie besitzt aufgrund seines charakteristischen Inhaltsstoffes Robimetia (Alkaloid), der ausgezeichneten Verkernung (>90 %) und des daraus resultierenden minimalen Splintholzanteils eine extrem hohe Widerstandsfähigkeit gegen fäuleverursachende, holzzerstörende Pilze und Insekten. Die natürliche Dauerhaftigkeit der Robinie bei der Verwendung im Außenbereich mit Erdberührung liegt daher bei bis zu 50 Jahren! Sie übertrifft damit deutlich die Esskastanie. Im Wasserbau liegen die Standzeiten des Robinienholzes sogar noch wesentlich höher. Selbst Eiche und Lärche, welche üblicherweise hier Ihre Verwendung finden, können in diesem Einsatzgebiet mit Robinie nicht konkurrieren.

Eine umwelt- und bodenbelastende Imprägnierung oder eine Behandlung mit Holzschutzmitteln ist nicht notwendig. Es entstehen keinerlei Probleme bei der Entsorgung von Robinienholz. Keine andere Holzart, selbst nicht nach Hochdruck- imprägnierung, erreicht nur annähernd vergleichbare Standzeiten.Darüber hinaus besitzt das Robinienholz hervorragende technische Eigenschaften. Es ist sehr hart, zugleich aber von sehr hoher Zähigkeit und Elastizität. Gepaart sind diese Merkmale mit ausgezeichneten Festigkeitswerten, die deutlich über denen des Eichenholzes liegen. Zu den weiteren wertvollen Vorzügen des Robinienholzes gehört, dass es trotz der hohen Rohdichte wenig schwindet und kaum arbeitet.


Quellenangabe: www.robinien-holz.de